Logbuch

HoppHopp an Bord – See-Hund als neues Crewmitglied.
1. April 2014

Willkommen an Bord.

Ja, es ist vorbei. Die gute alte Zeit mit dem Meer und dem einsamen Mann. Erst kam das Boot um weiter hinaus zu kommen, dann die liebste & schönste Frau der Welt und nun … nun .. sitzt da ein See-Hund auf meinen Segeln und gibt sie nicht wieder her. Es wird langsam wirklich voll auf der Beberich.

Das Wetter zeigt sich zu den Aufriggtagen wirklich von seiner besten Seite und das Brückenleben schiesst in Windeseile auf “Sommermode”. Barfuss & im T-Shirt kümmere ich mich um Seereeling, Baum, Sprayhood, Segel und das Deck während die Frau S dem Kuddel die schwimmende Behausung zeigt. Es liegen spannende Fragen in der Luft: “Wird er Seekrank?”, “Lässt er das Schiff heil?”, “Fällt er ins Wasser?” “Tut er sich weh?” … und … “Wie kommt Kuddel eigentlich ruff und wieder runter und dazu noch unter Deck?”.

Ich glaube wir konnten alles klären: Man, das wird ein Abenteuer!

Ich bin gespannt drauf … und freue mich auch schon auf die Tage, wo ich mal wieder alleine los darf ;) Aber ganz klar, der Kuddel ist ein See-Hund und hat die ersten Nächte mit bravur gemeistert. Hat er in der ersten Nacht noch im Fussraum der Eignerkajüte geschlafen, machte er es sich in der zweiten Nacht schon auf seinem Kissen im Salon gemütlich. Tagsüber wurden, wie schon geschrieben, die Segel bewacht und Muscheln gefressen, Möwen gejagt und Jogger angepinkelt … ups, nee, dass letzte ist nur ein Wunschtraum von mir … (noch ;-). Einen neuen Freund hat Kuddel übrigens auch gefunden – der beste Brückenmeister der Welt ist nicht nur zu uns Zweibeinern wie ein Vater, nein auch der Vierbeiner hat ihn in wenigen Minuten (oder waren es Sekunden) ins Herz geschlossen – so ist es auf der Brücke. Jeder ist willkommen und wer lieb ist bekommt auch mal ne Eiswaffel von der Eiskönigin oder nen leckeren Markknochen zum Grillen. Hier wird für jeden gesorgt – ich bin froh, dass wieder Sommer ist: Ein feines Leben.

Und nebenbei: Die Beberich ist Segelfertig und freut sich auf Ostern.

Wenn Ihr mehr vom Kuddel und seinem Leben erfahren moechtet folgt ihm einfach auf Twitter – der macht auch an Land abenteuerliche Dinge!

Sommermode ON

Keiner kommt an die Segel ran, ferdich aus.

Der Musiktipp für heute & das schöne Leben: Thees Uhlmann – Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf. … ich habe meine Lektion gelernt … das Leben ist wie Feuer: Es brennt und wärmt …

 

T! T! T! – Oder auch: Es hat platsch gemacht!
28. März 2014

beberichueberf

Es gibt nichts grandioseres als auf dem Wasser zu sein! Nein, gibt es nicht … außer vielleicht …, wenn man dort sein kann ohne selbst viel dafür getan zu haben ;).

Ich lasse ja gerne machen – eines meiner liebsten Dinge ;) Und aus diesem Grunde habe ich mal ordentlich in die vollen gegriffen und die Beberich nicht nur ohne mich ins Wasser und aufriggen lassen. Auch die Motorinspektion habe ich dieses Mal ohne meine Anwesenheit dirket nach dem Wassern machen lassen. Für mich ein einwandfrei tolles Erlebnis: Da kommt man nach dem – viel zu langen – Winter an einem Freitachnachmittag zur Werft, wo ein paar Tage vorher die Beberich noch hoch zu Bocke saß – und *zack*, da liegt Sie. Angeleint in einer Box und der Mast steht gerade zum Himmel. Für alte Herren, direkt vor einem Tritt gepart, damit ich mit einem leichten Schritt an Deck schreiten kann. *zweitesZack* Schluessel ins Zündschloss, Starterknopf gedückt und der Motor läuft. Kurzes CheckUp – alles perfekt. Schnell noch Trinkgeld abgeben und dann Leinen los. 15 Minuten nach der Ankunft am Hafen schon auf “großer” Fahrt. GRANDIOS!

Schon im Hafen gibt es laute Freudenschreie. Endlich keinen festen Boden mehr unter den Füßen, endlich wieder da wo ich, wo wir Beide hingehören: Auf dem Wassser. Mit Schwung nehme ich die Hafenausfahrt und freue mich des Lebens während der geilste Arsch der Förde quer durchs Wasser flügt.

Draußen vor Schilksee trainiert ein 490er mit seiner Crew. Geiles, schnelles & nasses Segeln. “Macht doch”, denke ich bei mir und flitze eben unter Deck um die Heizung anzuschalten – einfach Knopf drücken und *drittesZack* es wird warm. Bevor ich den Niedergang wieder aufsteige schnappe ich mir meine vorbereitete Brotzeit und geniesse eine Minute später meine Gurke & Brot am Steuer der Beberich – jau, das isses ;).

Trotz des noch sehr diesigen Wetters kann nichts schöner sein. Selbst die Möwen sind an einem solchen ersten Wassertag des Jahres gute Freunde und werden mit einem Dreh am Steuerrad aufs freundlicheste verscheucht. Ohne grosses gezeter – einfach nur *viertesZack* den Bug an den Kopf geknallt und weiter gehts …

beberichliegeplIn der Innenförde dann der erste Schnack auf dem Wasser. Mein ehemaliger Funklehrer schippert mit SBF Schülern auf einem Schlauchboot durch die Förde. Der Schüler am Steuer zeigt sich etwas sehr ängstlich als Herr D ihm das Komanndo gibt, er solle doch mal ne Runde um die Beberich fahren und etwas näher ran. Naja, müssen wir halt brüllen und wechseln ein paar nette Worte – ja, er erzählt seinen Funkschülern heute noch von meiner Diskussion mit dem Vorsitzendem des Prüfungsausschusses (Die Diskussion, nach der ich nicht mehr zur Prüfung zugelassen wurde ;-), und klar – ich bin immer noch glücklich mit der Beberich – und sowieso – was besseres gibt es nicht – und Ahoi bis zum nächsten mal auf dem Wasser.

Das Schlauchboot rast davon, und wird von seiner eigenen Heckwelle überholt als Herr D in der Nähe eines weiteren Seglers ein klares Komando zum langsam fahren gibt. Ich freu mich, dass Rücksicht scheinbar doch noch gelehrt wird. Sehr schön. – Dafür ein *fünftesZack*

Als ich mich der Höhe Schleuse nähere überkommt es mich. Ich brauche ein weiters Zack: Ab nach unten, Bluetooth Empfänger, Radio & Bass an. Den Musikspieler zu “99 Bierkanister” dirigiert und ab die Post – nicht *zack*, sondern *BUMM*BUMM*. Der Bass dröhnt über die Förde und ich tanze auf Deck, “Achtung alle Hände hoch!”. Will sicherlich keiner sehen, aber mir egal. Dieser Tag gehört gefeiert: Der einsame, alte Mann und das Meer – und natürlich die Beberich!

Vier Schiffe sehe ich aus der Schleuse kommen – für mich kein Problem, den ein kurz angepasster Kurs & Geschwindigkeit lassen mich smooth zwischen dem 3. und vierten Schiff hindurch gleiten – dafür das *siebteZack*. Nur der Angler da hinten, mitten auf dem Fahrwasser gerät etwas in Ruderpanik als sein kleiner Aussenborder ausfällt und er sehen muss, dass er in Sicherheit kommt. Er schafft es und sieht die Pötte hupend an sich vorbei ziehen – man, solche Nerven möchte ich haben *lach*. Ich überlege noch kurz ob ich dem armen Kerl Schlepphilfe geben soll, doch eine Minutenlange Beobachtung ergibt nicht, dass er sich nach Hilfe umschaut. Die Förde ist Wellenfrei und ein bisschen Strafe muss ja auch sein ;) – Also muss er alleine nach Hause rudern und ich tanze alleine weiter “.. Sauerkraut und Underberg … Achtung alle Hände hoch …” *sing*

Meine lange Überfahrt geht somit nach ca. 78 Minuten langsam zur Neige. Die Nahrungsmittel sind erschöpft und so muss ich mir kurz vor Hafeneinfahrt noch schnell einen Espresso gönnen *AchtesZack*.

In einem engen Wendekreis gen Steuerbord düse ich dann ins Blüchereck, nur um an diesem Tagen das geilste Heck der Förde noch mal schön quer durchs Wasser rauschen zu sehen. Unter den Augen einiger Spaziergänger geht es schnellen Schrittes schnurrstracks auf den Heimatplatz zu. Kurz davor wird aufgestoppt, entspannt die Achterleinen über die Poller und dann weiter bis es nicht mehr geht: Vorleinen fest – und *neuntesZack* schönes Wetter.

*zehntesZack* Die Frau ist auch schon da. Ach feines Ding. Danke für diesen “ersten” Tag.

T minus 4 – Bereit, wenn Sie es sind Herr Kranführer.
24. März 2014

Was ein Wochenende – Die Beberich wurde mit einer perfekten Pediküre versorgt, und das vom Kapitän selbst! Man mag es kaum glauben und auch mir wurde es erst Bewusst, als ich unter der Beberich stand und einen Farbklecks Antifouling ins Gesicht bekam. “Das war doch sonst nicht so?!”, fragte ich mich selber. “Ich hab doch sonst keine Farbe ins Gesicht bekommen … warum denn jetzt … was mache ich anders?”. Die Frage war nach ein bisschen Nachdenken schnell beantwortet: Ich streiche sonst nicht selber *lach*. Irgendwie waren immer Freunde da und ich konnte mich um die wichtigen Dinge wie Helferversorgung, Koordination der Arbeiten und Hilfsarbeiten konzentrieren. Und nu …. nu war kein Freund und Helfer mehr da und ich stand alleine da: Zwei Anstriche plus PLanengestell & Plane abbauen. *schnief*

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Naja, ggf. findet sich ja wenigstens wer, der mal Mitsegeln will. Und wenn nicht, naja – alt bin ich langsam wirklich – auch wenn mit Frau & neuerdings Hund versorgt – mach ich halt wie immer einen auf “Der alte (einsame) Mann und das Meer” ;-)

Ich bin jedenfalls froh, dass die Beberich nun da steht und auf den Kran wartet. Freitag ist es soweit und sie ist wieder in ihrem Element und da wo sie hingehoert: An der Blücherbrücke umringt von Freunden & Nachbarn. – Einer ist überigens ganz hart unterwegs. Ein Neuling kommt von England und wird uns dieses Jahr Gesellschaft an der Brücke leisten. Herr J hat zugeschlagen und wir sind alle ganz neugierig.

Ahoi! Und auf viele Seemeilen – egal ob geschlafen oder gesegelt! Auf in die Saison 2014.

Dickes Tschuldigung & Beberichspass am 21./22. März 2014
16. März 2014

Euro hat recht: Ich bin ne Schlampe! Seit Juni letzten Jahres habe ich hier nichts mehr geschrieben und irgendwie gibt es gar keinen richtigen Grund dafür. Das Jahr war eichlich mit schönem Wetter gesegnet. Wir haben viel Zeit im Hafen verbracht und waren sogar zwischendurch mal Segeln ;) Dazu war die zweute Hälfte des Jahres mit den Umzugsgedanken zurück an den Deich gespickt und der Winter wurde dann auch für selbigen Umzug genutzt. Nun leben wir wieder hinter dem Deich und die Beberich ist da geblieben, wo sie hingehört: In der Ostsee.

Und dort wird sie auch weiter Abenteuer erleben, und die wird es hier zu lesen geben – glaub mir, Euro ;)

Zu aller Erst muss aber mal wieder etwas and der beberich getan werden. Am 28. März soll sie wieder ins Wasser und da gilt es noch die Untwerwasserschiffmaniküre durchzuführen:

Am naechsten Wochenende, Freitag 21. März und Samstag, den 21. März gibt es den alljährlichen Beberich-Frühjahrs-Spass. Diesmal in abgespeckter Form und ohne die lässtigen Arbeiten (Putzen fällt nämlich weg). Es wird das Unterwasserschff mit neuem Antifouling versorgt. Sollte sich wer einfinden und Spass am Helfen haben, finden wir ggf. auch noch andere kleiner (niedere ;-) Arbeiten. Alles in Allem verschieben wir das Putzen & Polieren auf den Liegeplatz. Nicht nur aus Zeitgründen, sondern ich möchte das einfach am Schwimmsteg mal ausprobieren – ggf. ist das doch etwas bequemer als auf Böcken und Bohlen zu putzen was das Zeug hält – macht euch also drauf gefasst, dass die Putzsession (mit nicht weniger Spass) noch kommen wird ;-)

Wer also Zeit & Lust hat meldet sich einfach. Helfende Hände und klugscheisserische Münder sind immer gern gesehen!

Die Beberich kommt heim.
14. Juni 2013

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Ja, so sieht es aus, wenn die Beberich unter Spinacker heim nach Kiel kommt. Nach einem Segelreichen Wochenende an der Kreuz gen Norden und einem unnachahmlichen Reach gen Süden treibt uns der letzte Wind in die Förde. Vorbei an Tradition und Moderne – mit Wagners Walkürenritt aus dem Lautsprechern und das bei bestem Sonnenwetter und genug “Material” zum vorbei Segeln. Fieser geht einfach nicht. Grandios.

Meinem Premium-Lebens-Beauftragtem möchte ich hiermit noch mal meinen Dank aussprechen: DANKE!

Muss ich noch was schreiben?
9. Juni 2013

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Liebe & Hass
23. Mai 2013

Es ist wirklich eine Beziehung mit Liebe & Hass, wenn ich über die Blücherbrücke und mich nachdenke. Ich liebe das (den?) Hafenflair hier zwischen Promenade und Traditionssegler. Ich liebe es hier Schabernack zu treiben und unter unsere Premium-Dusche zu stehen. Ich liebe meine Bootsnachbarn – nicht so sehr wie meine Frau – aber ich bin eben gerne hier.

Was ich aber hasse ist morgens vom Schwell aus der Koje geschmissen zu werden oder aus diesem Grund aus meinem gerade begonnen Schlaf gerüttelt zu werden. Und was ich noch hasse ist die Luftverschmutzung. So schön das ja ist mit direkt in der Förde, hier ist ein Dreck in der Luft der dafür sorgt, dass die Beberich 10x mehr geputzt werden muss als Schiffe zB in Laboe. Heute morgen, als endlich der Regen aufhörte sah die Beberich aus als ob sie durch ein Schlammbad gezogen wurde *heul*. So dreckig ist die Beberich nicht, wenn ich 4 Wochen unterwegs war und 10 Mann/Frau an Bord hatte. Ein dicker Dreckfilm zieht sich über das ganze Deck, der Regen spült noch mehr Schmutz an Deck als sowieso schon ohne Regen hier landet.

Lieben & Hassen. Es ist eben eine Gabe und ein Fluch hier zu liegen …

Endlich trocken …?
22. Mai 2013

Verbindung Schlauch & Rohr

So wie es aussieht sind wir endlich trocken – schon seit der letzten Saison tröpfelt unsere Heisswasserleitung. Immer wieder stand Wasser in der Bilge, immer wieder versuchte ich irgendwo ein Malör zu dichten und immer gab es trotzdem wieder Wasser in der Bilge. Über die Zeit fand ich verschiedene undichte Stellen, die ich fixen konnte. Eine Stelle blieb aber immer undicht. Ich hatte das kaputte Kupferrohr schon gekürzt, tat dies aber an einer selten dämlichen Stelle ….. man will ja nicht zu viel Absägen. Tja, dieses Denke war aber eher bescheiden … an der Stelle konnte man keine Schlauchstelle vernünftig anbringen. Neben viel Fluchen gab es halt auch immer ein leichtes Tropfen. Daneben waren die alten Schlauchschellen schon über ihrer Zeit und so entschloss ich mich nun endlich kurzen Prozess zu machen – oder anders gesagt: Viel mehr vom Rohr abzusägen um die Schlauch/Rohrverbindung an einer – wenigstens – etwas besseren Stelle zu haben. Dazu noch neue Schlauchschellen und einen Schlauch, der noch einen Tick weniger Innendurchmesser hat.

Nach dem Nerven aufreibenden Sägen mit einem blossen Sägeblatt in der Hand und ca. 2cm Sägeweg fädelte ich zuerst natürlich eine der alten Schlauchschellen ein und durfte alles wieder auseinander Bauen … aber Versuch macht ja bekanntlich kluch ;-) Und irgendwie hab ich jetzt endlich den Eindruck es bleibt trocken: Bisher noch kein Tropfen der nachgelaufen ist und die Druckwasserpumpe verhält sich verdächtig ruhig. Mal ein paar Stunden warten und schauen ob sich der Akt gelohnt hat ….

Beberich Live.
18. Mai 2013

Beberich auf marinetraffic.com

Im Gegensatz zu den letzten Jahren funktioniert marinetraffic.com dieses Jahr sehr zuverlässig. Mit einem Klick könnt ihr immer sehen wo sich die Beberich gerade befindet. Auch ich selbst nutze marinetraffic.com um zwischendurch mal zu sehen wo die Beberich steckt. Manchmal ist sie ja ohne mich los … und das soll sie auch – aber bitte nicht ohne das ich weiss, wo sie ist ;-)

Ein NachmittagsausflugDie Positionsauskunft ist ziemlich aktuell und meisst nur um wenige Minuten verzögert. Man kann also sehr schön den aktuellen Törn mitverfolgen. Auch kann man sich eine eMail senden lassen, wenn die Beberich Ab- und Anlegt. Ja, ja … zur totalen Überwachung fehlt noch eine Bordcam …. wir arbeiten dran ;)

Und ja, nachdem ich erst nach dem Winterlager vergessen hatte das AIS zu aktivieren, ist es jetzt an und ihr könnt wieder jederzeit gucken. Man kann ja nicht immer gleich an alles denken ;-) …

Rechts seht ihr zum Beispiel einen Track vom freitäglichen Nachmittagsausflug. Ihr seht also – nur selbst mitsegeln ist feiner als die Anzeige im Internet. Also grämt euch nicht und heuert an!

Ups, da kommt Wind!
4. Mai 2013

Nach dem Ausschlafen den Kopf nach draussen stecken und feststellen: “Na, das aber Ententeich ?!”. Nicht unbedingt das Liebste des Seglers, aber man hat ja schon eine gewisse Erfahrung: Das Meer ist schnell und grausam, das kann sich schnell ändern. Also heisst es auch dieses mal vor der Abfahrt, dass Boot muss Seeklar sein und unter Deck hat alles an seinem Platze zu sein, und zwar so, dass dieser Platz auch bei Wind und Wetter beibehalten wird ;)

Wir starten bei spiegelglatter See vom Yachthafen Sonderburg in Richtung Schlei, denn Kappeln soll unser heutiges Ziel sein. Schon kurz nach der Hafenausfahrt tauscht der erste Schweinswal auf und bringt einige Crewmitglieder zum Kreischen. Richtig laut vor freude wird es als Frau S mit ihrer neuen Kontaktlinse ihre ersten “eigenen” Schweinswale entdeckt. Bisher sah sie die Schweinswale erst, wenn der Kapitän drauf hingewiesen hatte – nun aber hatte Sie diese kleine Schweinswalschule selbst endeckt und die Freunde war entsprechend gross.

Segeln ohne Schuhe, mit Kaltgetränken an Deck.

Segeln ohne Schuhe, mit Kaltgetränken an Deck.

Die Schweinswalsichtungen wurden weniger und der Wind wurde mehr. Nach ca einer Dreiviertelstunde konnten wir die Segel setzen und uns dem ruhigen Autopilotsegeln hingeben. Kalte Getränke auf dem Vordeck, endlich Segeln ohne Schuhe und im T-Shirt.

Der Wind nahm stetig zu und irgendwann fand ich mich hinterm Steuer wieder und der Autopilot konnte Pause machen. Zu schön war die Winrichtung und Stärke als das ich mir die Performance von meinem AP Kollegen kaputt machen lassen würde. Der Wind wurde teilweise tatsächlich so kräftig, dass ich mir teilweise wieder meine Fliessjacke überziehen musste. Egal, hier gehts ums Segeln – nicht um einen T-Shirt Kontest.

Auch wenn es quer ab von Fallshöft wie immer einen kleinen Einbruch des Windes gab pendelte sich der Wind bei 4-5 Bf ein. Die Kollegen vor mir refften irgendwann ihr Gross. Erst noch überheblich und weiterhin mit Vollzeug unterwegs musste ich dann auch irgendwann ran: Das Gross brauchte ein Reff um gut weiter zu kommen – also Grossschot etwas fieren, Grossfall um 2 Meter fallen lassen, am Mast reffkauf einhängen, Unterliekstrecker durchholen, Grossfall durcholen, Schot dichtholen und wieder performance machen. Dabei wieder mal lernen, dass dieses Schiff doch extrem vom Vorsegel gezogen wird und nicht vom Gross – nur knapp 1,5kn verlor die Beberich während des Reffens.

Am Wind gen Süden.

Am Wind gen Süden.

Am Wind gen Süden.[/caption]Am Wind ging es also schön parallel zur Ostküste Richtung Schleimündung. Dort versuchte ich noch in die Schlei unter Segeln reinzukommen, liess aber schon den Motor mitlaufen, denn die Höhe war schon etwas seeeeeehr kriminell ;) Einige Botte mit mehr Crew gaben unter Segeln ihr bestes, mussten aber auch diverse male zu viel Höhe und diverses Abfallen in Kauf nehmen und gaben irgendwann dann auch auf. Man muss es ja selbst auch nicht übertreiben. Alleine ist es dann häufig auch ne Nummer sicherer den Motor anzumachen anstatt in so einem engen und stark befahrendem Fahrwasser auch noch aufzukreuzen. Aber ich geb es ja zu … machmal möcht ich schon gerne …. und ganz manchmal …. da mache ich so etwas ja auch – wie zB gestern im Als Sund. Und wenn ich gross bin, dann koof ich mir auch ne Selbstwendefock … damit kann das nämlich jeder ;-)))) Pfffff. ;)

In Kappeln legten wir vor der Brücke im Stadthafen an. Der Kaiser meinte ja, da würde nix los sein – was ich ihm ja nicht abnahm und sich jetzt auch bestätigte. Bis auf wenige Plätze war es schon am frühen Nachmittag voll und ich entdeckte gerade noch zwei nebeneinander liegende, frei Boxen. Also die Eine davon angepeilt und rein. In der Schlei herrscht ja immer etwas Seitenstrom und darum sind solch An- und Ablegemannöver hier besonders für Hafenkino geignet. Entsprechend gross ist eben auch die Zuschauerschar auf den schon festen Booten, wenn der nächste kommt .. oder geht.

Tja, leider hatten wir denen bis auf perfektes Anlegemannöver, wie es von Paaren erst nach Jahrhunderten des An- und Ablegens beherrscht wird, nichts zu bieten. Etwas südlicher Angepeilt, vom Wind und wenig Strom genau passend auf Höhe getrieben, Acherleine von Vorschiffsfrau auf Louf und Lee über die Poller, Steuermann dampft gaaaaanz seicht in Loufleine bis zum Steg, Vorschiffsfrau übergibt eine Vorleine und geht mit sanftem Schriff auf den Steg und macht die Beberich fest, Motor aus. Ein freundliches “Moin” folgt an die immer noch ehrvoll schauenden Nachbarn und schon beginnt der Segelschnack mit den direkten Kollegen. Erst später komme ich dazu meine Frau in den Arm zu nehmen und ihr zu erklären was wir da gerade hingelegt haben – einen Göttlichen Anleger vor Publikum, so etwas hat man nicht offt .. und wir schon gar nicht ;-)

Als die Orenge später in die freie Box neben uns will verliert sie einen “AnlegeBoxKampf” mit eine x-79. Zwei Jungs sind schneller und lassen selbst ein zweites Boot, welches in die Box stehen. Tja es beginnen die Kämpfe um die letzten Liegeplätze – ich hatte es ja gesagt ;-) Der Kaiser ist natürlich nicht amüsiert, aber was soll man machen – ich halte echt nichts davon Boxen mit Leinenabsperrungen zu reservieren – irgendwie kriegt man das ja immer alles hin .. und wenn das zweite Boot eben Achtern hinter die Boxen ran muss (wie es an diesem Tag auch zwei Boote weiter praktiziert wurde). Innerhlab weniger Minuten erreichte der kampf um die freien Boxen seinen Höhepunkt und beim ltzten Kampf seiner Art gewann die Orenga und liess das Boot, welches schon zusammen mit der Orenga gegen die X-79 verlor, im freien Wasser stehen. Eingeparkt und fest ist die Orenga .. und wenn sie nicht gestorben sind kreuzen die Anderen immer noch vor den Liegeplätzen ;-)

Nach unserem harten Segeltag ging es nun an den Nachmittagsgenuss in Kappeln: Barfuss Bummeln, Schnapps bei Pretoris kaufen, Eis essen, Boote gucken, Bier in der Sonne geniessen und zuschauen wie sich der Himmel mit Wolken überzog. Mal nicht Grillen und dafür mittelmässiges Essen in der Bierakademie. Egal, auch mittelmässiges Essen kann unsere Laune & Entspanntheit nicht kaputt kriegen. gehen wir halt zurück an Bord und geniessen einen langen Abend bis spät in die Nacht im Cockpit. Noch nicht ganz so warm wie ein lauer Sommerabend, aber dafür warm genug um auch Frau S draussen halten zu können. Mit Kerzenschein und leiser Musik aus unserem i.do-3-Wege-Bassboxen-System geniesen wir so unsere Geschichten und den Abend. Nebenbei bemerkt: Es ist nicht ganz einfach aus unserem i.do LEISE Musik zu bekommen lach .. irgendwie war ich den ganzen Abend panisch, dass es zu laut sei und regelte immer wieder runter und hoch … aber beschwert hat sich keiner … warscheinlich hatte ich nur einen komischen Anfall den Abend *lach*